Manuelle Lymphdrainage

Schwellungen abbauen, Gewebe spürbar entlasten

Die Manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte, rhythmische Grifftechnik, die den Abtransport von Gewebeflüssigkeit anregt. Sie setzt eine eigene Zusatzqualifikation über die Physiotherapie-Ausbildung hinaus voraus und arbeitet mit sehr leichtem Druck – deutlich leichter, als die meisten Patientinnen und Patienten erwarten.

Die Lymphgefäße liegen direkt unter der Haut und reagieren auf feinen Zug, nicht auf Kraft. Deshalb beginnt eine Behandlung nie an der geschwollenen Stelle: Zuerst werden die Abflusswege am Hals, in Achsel, Leiste oder Bauch frei gemacht. Erst wenn dort Platz ist, kann die gestaute Region wirklich nachfließen.

In der Privatpraxis Physio Balancevivo ist dafür ausreichend Zeit eingeplant: 40 Minuten pro Termin, durchgehend bei demselben Therapeuten und bei Bedarf kombiniert mit weiteren Therapieformen.

Kurz zusammengefasst

Anwendung

Wann Lymphdrainage sinnvoll ist

Lymphdrainage kommt überall dort infrage, wo Flüssigkeit im Gewebe steht: nach Operationen und Verletzungen, bei chronischen Schwellungsbildern oder wenn sich Arme und Beine dauerhaft schwer und gespannt anfühlen.

Nach Operationen

Schwellungen, die nach einem Eingriff im Gewebe stehen bleiben und Heilung wie Beweglichkeit ausbremsen.

Lymphödem & Lipödem

Chronische Schwellungsbilder, die eine regelmäßige und fachgerechte Entstauung brauchen.

Verletzung & Sport

Akute Schwellungen nach Sturz, Umknicken oder harter Belastung – hier zählt schnelle Entlastung.

Schwere Beine & Alltag

Spannungs- und Schweregefühl ohne klaren Auslöser – häufig durch langes Sitzen, Stehen oder Hitze.

Wirkprinzip

Warum sanfte Griffe mehr bewegen als kräftiger Druck

Das Lymphsystem besitzt keine starke Pumpe wie der Blutkreislauf. Es transportiert langsam, über feine Gefäße dicht unter der Haut – und genau dort setzt die Behandlung an. Zu viel Druck drückt diese Gefäße eher zu, statt sie zu öffnen.

Anregen

Die rhythmischen Griffe dehnen die Haut minimal. Das erhöht die Eigenbewegung der Lymphgefäße, die daraufhin deutlich häufiger pumpen.

Ableiten

Zuerst werden Hals, Achsel oder Leiste frei gemacht, danach die gestaute Region. Diese Reihenfolge entscheidet über das Ergebnis.

Beruhigen

Der gleichmäßige Rhythmus wirkt auf das vegetative Nervensystem. Viele Patienten entspannen tief oder schlafen dabei ein.

Deshalb fühlt sich Lymphdrainage anders an als eine Massage: ruhiger, langsamer und flächiger – und ohne das kräftige Kneten, das viele zunächst erwarten.

Griffe

Womit in der Behandlung gearbeitet wird

Welche Griffe zum Einsatz kommen, ergibt sich aus Befund, betroffener Region und Ursache der Schwellung. In der Regel werden mehrere Techniken innerhalb einer Behandlung kombiniert und im Verlauf angepasst.

Stehende Kreise

Kreisende Dehnung der Haut ohne Gleiten – der Basisgriff über Lymphknoten und Sammelgebieten.

Pumpgriff

Rhythmischer Wechsel aus Druck und Entlastung an Armen und Beinen, der den Weiterfluss anschiebt.

Schöpfgriff

Schöpfende Bewegung entlang der Extremität – transportiert Flüssigkeit in Richtung Rumpf.

Drehgriff

Flächige Technik für große Areale wie Rücken, Bauch und Oberschenkel.

Ödemgriffe

Etwas festere Griffe, die eingelagerte Flüssigkeit aus verhärtetem Gewebe verschieben.

Bauchtiefendrainage

Über die Atmung wird der Abfluss im Bauchraum unterstützt – das wirkt auf beide Beine zugleich.

Ablauf

So läuft Ihre Behandlung ab

Schritt 1
Erstgespräch & Befund

Zu Beginn klären wir Ursache und Verlauf der Schwellung, Vorerkrankungen und zurückliegende Operationen. Die betroffene Region wird betrachtet, bei Bedarf gemessen und mit der Gegenseite verglichen.

Schritt 2
Abflusswege öffnen

Die Behandlung startet am Hals und an den Sammelstellen in Achsel, Leiste oder Bauch. Erst wenn dort Platz geschaffen ist, kann Flüssigkeit aus der Schwellung nachfließen.

Schritt 3
Betroffene Region entstauen

Anschließend wird die geschwollene Region in Richtung der freigemachten Bahnen ausgestrichen – langsam, rhythmisch und über die gesamte Fläche statt punktuell.

Schritt 4
Ergebnis sichern

Zum Abschluss besprechen wir Kompression, Bewegung und Hautpflege für zuhause. Beim Folgetermin wird verglichen und die Behandlungsfrequenz angepasst.

Zwischen den Terminen

Was die Entlastung zwischen den Behandlungen hält

Eine Lymphdrainage entstaut – von allein bleibt das Ergebnis aber nicht. Was zwischen den Terminen passiert, entscheidet mit darüber, wie lange die Entlastung anhält.

Kompression

Bandage oder Kompressionsstrumpf verhindern, dass die Flüssigkeit direkt wieder einläuft. Bei chronischen Ödemen ist sie der wichtigste Teil der Therapie.

Bewegung

Muskelarbeit pumpt die Lymphe weiter. Schon regelmäßiges Gehen, Radfahren oder Wassergymnastik unterstützen den Abtransport spürbar.

Hautpflege

Gestautes Gewebe ist anfälliger für kleine Verletzungen und Infekte. Rückfettende, pH-neutrale Pflege schützt die Hautbarriere.

Atmung & Hochlagern

Tiefe Bauchatmung wirkt wie eine innere Pumpe. Beine hochlagern und Pausen vom langen Stehen entlasten zusätzlich.

Praktisches

Dauer, Abrechnung und Vorbereitung

Wie oft und wie lange behandelt wird, hängt davon ab, ob die Schwellung akut nach einer Operation auftritt oder dauerhaft besteht. Beides braucht einen anderen Rhythmus.

40 Minuten pro Termin

Lymphdrainage braucht Fläche und Ruhe. Kurze Einheiten erreichen die gestauten Regionen nicht vollständig.

6 bis 12 Behandlungen

Typischer Verlauf nach Operationen und Verletzungen. Chronische Ödeme werden dauerhaft in Serien begleitet.

2 bis 3 Termine pro Woche

In der Entstauungsphase engmaschig. Danach genügt meist ein Termin pro Woche, um das Ergebnis zu halten.

Die Angaben sind Richtwerte. Wie viele Termine sinnvoll sind, ergibt sich aus dem Befund und wird gemeinsam besprochen – feste Behandlungspakete gibt es nicht.

Organisatorisches auf einen Blick

Verordnung

Behandlung auf privatärztliche Verordnung oder als Selbstzahlerleistung. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie unsicher sind, was Sie benötigen.

Abrechnung

Für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler. Die Rechnung reichen Sie bei Ihrer Versicherung bzw. Beihilfestelle ein.

Was Sie mitbringen

Bequeme Kleidung, eine vorhandene Kompressionsversorgung sowie Arzt- oder OP-Berichte, falls vorhanden.

Nicht jede Schwellung darf entstaut werden. Bei akuten Infektionen mit Fieber, frischer Thrombose, unbehandelter Herzschwäche oder unklarer Ursache ist zuerst eine ärztliche Abklärung nötig – sprechen Sie uns solche Vorerkrankungen bitte vor der ersten Behandlung an.

Häufige Fragen

Was Patientinnen und Patienten oft fragen

Nein. Der Druck ist bewusst sehr leicht, weil die Lymphgefäße direkt unter der Haut liegen. Die meisten empfinden die Behandlung als angenehm und entspannend – kräftiges Kneten wie bei einer Massage gehört ausdrücklich nicht dazu.

Nach der ersten Behandlung fühlt sich die Region oft leichter an, Spannung und Umfang nehmen sichtbar ab. Bei chronischen Ödemen geht es weniger um ein einmaliges Ergebnis als darum, den Zustand dauerhaft stabil zu halten.

Trinken Sie normal und nach Durst. Die Vorstellung, dass große Wassermengen den Abtransport verstärken, hält sich hartnäckig, ist aber nicht belegt. Deutlich wirksamer sind Kompression und Bewegung.

Nach Operationen und Verletzungen nicht zwingend. Bei Lymphödem und Lipödem ist die Kompression fester Bestandteil der Therapie – ohne sie läuft die Flüssigkeit zwischen den Terminen wieder zurück.

Leichte Bewegung ist ausdrücklich erwünscht und unterstützt die Wirkung. Von sehr intensiver Belastung direkt im Anschluss raten wir ab; bei chronischen Ödemen am besten mit angelegter Kompression.

Bei akuten Infektionen mit Fieber, frischer Thrombose, unbehandelter Herzschwäche oder unklarer Ursache der Schwellung ist zuerst eine ärztliche Abklärung nötig. Bringen Sie solche Vorerkrankungen bitte vor der ersten Behandlung zur Sprache.

Passend dazu

Weitere Therapieformen der Praxis

Lymphdrainage wird häufig mit anderen Verfahren verbunden – je nachdem, was neben der Schwellung noch behandelt werden muss.

Manuelle Therapie

Gezielte Behandlung von Gelenken und Muskulatur bei Schmerzen, Blockaden und eingeschränkter Beweglichkeit.

Klassische Massage

Lockerung verspannter Muskulatur und bessere Durchblutung – wenn die Spannung muskulär bedingt ist.

Krankengymnastik

Aktive Übungen für Beweglichkeit, Kraft und Stabilität – Muskelarbeit unterstützt den Abtransport.

Kontakt

Wann starten wir mit Ihrer Behandlung?

Sie möchten einen Termin vereinbaren oder haben Fragen zu einer Behandlung? Kontaktieren Sie uns gerne telefonisch oder über das Kontaktformular. Wir melden uns zeitnah zurück und besprechen gemeinsam, welche Therapieform zu Ihren Beschwerden passt.

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Hornschuchpromenade 8 90762 Fürth

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